Expressionismus • Kunst

Expressionismus: „Blaues Pferd I“, 1911

Franz Marc sieht mit dem Herzen gut

Franz Marc, Blaues Pferd I, 1911 | © Lenbachhaus MünchenFranz Marc: „Blaues Pferd I“, 1911 | © Lenbachhaus München

Eine Seele von Mensch: Franz Marc

„Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ So lernt Der kleine Prinz in der gleichnamigen Geschichte von Antoine de Saint-Exupéry. Was das mit unserem blauen Pferd zu tun hat?

Franz Marc malt blaue Pferde, gelbe Kühe – fast nur Tiere. Als Expressionist möchte Franz Marc sie genauso malen, wie sie (für ihn) sind. Wie er sie quasi mit dem Herzen sieht. Er will das Wesentliche zeigen, das dem bloßen Auge Verborgene. Das Innere, die Seele.

Eine Seele von Pferd

Malen, was man oberflächlich sieht? Nichts für Franz Marc. Er fragt sich: Wie fühlt sich das Pferd? Er möchte sein „absolutes Wesen“ auf die Leinwand bringen. Blau ist träumerisch. Das Pferd verträumt, unschuldig, überaus liebevoll. So sieht es der Maler. Genauer: so „durchfühlt“ er sein Thema.

Zudem fällt auf: Er malt das Pferd recht kantig, ohne Einzelheiten – wie ein Denkmal. Das Tier ist dabei sehr in sich gekehrt. Die Haltung verweist auf das Innere, die Seele. Einzelheiten würden hier nur stören, bloß ablenken vom Wesentlichen.

Eine Seele von Mensch

Franz Marc malt sein blaues Pferd in einer Zeit der Technik und Maschinen, der raschen Veränderungen. Der Mensch entfremdet von Natur. Er ist damit total modern – im Grunde seiner Seele doch zutiefst romantisch.

Das Lenbachhaus in München

Das „Blaue Pferd“ hat einen schönen Platz zum Träumen: im Münchener Lenbachhaus. Es freut sich auf deinen Besuch!

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