Impressionismus • Kunst

Post-Impressionismus, Pointilismus, Georges Seurat

Riesig: Getupftes Bild aus Tausenden von Punkten

Unglaublich: dieses Bild besteht aus lauter Punkten! Im Auge des Betrachters aber wird ein Schuh draus. Oder auch ein Äffchen, ein Sonnenschirmschen oder Segelboot. Georges Seurat (1859–1891) malt kleinste Punkte nebeneinander. Und die Leinwand ist riesig, über sechs Quadratmeter groß. Die Farben ungemischt. Sie „beißen“ sich zum Teil sogar.

Georges Seurat – Sonntagnachmittag auf der Ile de la Grande Jatte | The Art Institute of Chicago
Georges Seurat – Sonntagnachmittag auf der Ile de la Grande Jatte | © The Art Institute of Chicago

Im Auge des Betrachters aber wird ein Schuh draus – oder auch ein Hut, ein Äffchen oder Sonnenschirm. Ja, die Mischung der Farben findet erst im Auge des Betrachters statt, nicht auf der Malpalette. Die Farben leuchten umso stärker. Wissenschaftlich war dies schon bekannt. Seurat setzt also Punkt für Punkt nebeneinander. Er will die Leuchtkraft seines Bildes auf die Spitze treiben.

Im Auge des Betrachters verschmelzen zahlreiche (ungemischte) Farbpunkte zu Mischfarben – und so zu einer bildlichen Einheit. Ist Zauberei im Spiel, Magie? Iwo! Die Netzhaut deines Auges nimmt die Umwelt wahr in kleinen Punkten. Und dein Gehirn verbindet diese dann zu Bildern.

Der Pointilismus ist geboren

Indem er Pünktchen für Pünktchen nebeneinander setzt, wird Georges Seurat zum Erfinder des Pointilismus. Point bedeutet Punkt. Der Pointilismus geht aus dem Impressionismus hervor.

Der Impressionist fängt Licht und Farbe ein. Zum Beispiel während eines Sonnenaufgangs oder in der Mittagsglut. Georges Seurat geht da noch weiter.

Augenblick mal … Bewegt sich da was?

Da ist noch etwas, das den Pointilismus unterscheidet vom Impressionismus. Impressionisten fangen den Moment ein. Die Pointilisten aber stellen einen Zustand dar. Hier wirkt alles ziemlich eingefroren. Da bewegt sich nichts.

Allein das kleine Mädchen an der Hand der Mutter wirkt bewegt. Es blickt dich direkt an. Es wandelt wie durch einen Traum inmitten eingefrorener Gestalten.

Die letzte Schau der Impressionisten (1886): mit Seurat – aber ohne Monet!

Seurat ist dabei: bei der letzten Schau der Impressionisten. Und wer ist raus? Monet! Ausgerechnet Claude Monet, der Vater des Impressionismus. Denn sowohl Claude Monet als auch sein Künstlerfreund Auguste Renoir sind der Ansicht, dass der Pointilsmus nicht impressionistisch sei. Monet, von dem auch der Name der Kunstrichtung ausgeht, will nicht mehr. Nicht mit Seurat. Aber die Kunstgeschichte geht weiter …

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